Theater aktuell – Richard Strauss‘ Oper „Capriccio“ in Meiningen

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Richard Strauss war eine der glänzendsten Musikerpersönlichkeiten der 2.Hälfte des 19. und der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurde am 11. Juni 1864 in München geboren und starb am 8. September 1949 in Garmisch-Patenkirchen. Die Oper „Capriccio“ ist sein letztes Werk und wurde im Oktober 1942 im Nationaltheater München uraufgeführt.
Der Hintergrund von „Capriccio“ ist nicht unproblematisch. Die Oper entstand mitten im 2. Weltkrieg unter der Schirmherrschaft von Propagandaminister Joseph Goebbels persönlich. Auch am Meininger Theater verlegt Regisseur Anthony Pilavachi die Handlung ins Jahr der Uraufführung 1942, als die Bomben fielen. Richard Strauss probt mit einem Streicher-Sextett in einem ramponierten Saal. Die Fenster sind zersplittert. Sandsäcke liegen herum. Wegen eines Bombenalarms müssen sich die Musiker in Sicherheit bringen.
„Capriccio“ wird heutzutage nur noch selten inszeniert, auch wegen des problematischen Hintergrunds. Regisseur Anthony Pilavachi inszenierte das Stück sehr behutsam. Musikalisch wurde die Oper vorbildlich umgesetzt. Richard Strauss‘ letzte Oper fordert viel von Ensemble und Orchester. Spiel, Gesang und Musik müssen so leicht und kultiviert klingen, wie es irgend geht. Die Premiere von „Capriccio“ am Südthüringischen Staatstheater war am 23. Oktober 2015.
Das Meininger Theater feiert auch mit diesem Werk den 325. Geburtstag der Hofkapelle. 1690 gegründet, gehört sie zu den ältesten Orcherstern in Europa. In Meiningen dirigierten so prominente Größen wie Hans von Bülow, Johannes Brahms, Max Reger und eben auch Richard Strauss.